The site of Udine, the most famous boulonnais mare in the world. Last update 23th June 2008.



das Boulogne-Pferd


Last update 23th June 2008


Das Boulogne-Zugpferd

oder der Koloss aus weißem Marmor

Wir danken Elisabeth Sornette für die freundliche Übersetzung dieser Seiten.

Die Herkunft


Viele Autoren führen den Ursprung der Rasse auf den Durchzug der römischen Armeen zurück, die sich nahe der Stadt Boulogne versammelten, um sich dann nach England einzuschiffen.

Zweitausend Reiter, die auf Numider-Pferden aus Nordafrika gekommen waren, blieben in der Gegend; ihre Stuten produzierten Nachkommen, als sie mit den einheimischen Pferden gekreuzt wurden.

Das orientalische Blut, deutlich sichtbar im Boulogne-Pferd, wurde aber wahrscheinlich in jüngerer Zeit eingeführt, wohl zur Zeit der Kreuzzüge, der spanischen Besetzung oder des Ersten Kaiserreichs.

In noch jüngerer Vergangenheit wurden Araberhengste von den Nationalen Gestüten benützt, um die Araber-Boulonnais Kreuzung zu erzeugen.

Diese Pferde, vor allem als Gespannpferde geschätzt, sind nicht im Stutbuch der Rasse angeführt.

Sie sind jedoch als "Erbfaktor Boulonnais" anerkannt und ihre Nachkommen, die aus einer Kreuzung mit reinrassigen Boulogne-Stuten hervorgehen, ergeben wieder die Boulogne-Pferde. Ähnliche Kreuzungen sind in anderen Gegenden gemacht worden, vor allem in der Marne (Gorm des Ollivats ist ein Produkt der Kreuzung von Balkh d'Aigremeont, einem reinrassiger Araber aus dem Gestüt Montier-en-Der, und Udine, einer Boulogne-Stute von M. und Mme Monsus).

 



Gorm araboulonnais

Die Modelle



Udine voll in Gange






Bambou, ein Boulonnqis-Hengst


Udine mit seidigem Fell







der Ankerbrand






schwarzes Boulogne-Pferd


Alban, ein Fuchshengst



Cléo, Fohlen

Das Boulogne-Pferd ist ein Zugpferd mit aktiven und eindrucksvollen Gangarten. Es ist sehr elegant und rassig und wird deshalb als das "Vollblutzugpferd" bezeichnet.

Diese Auszeichnung kommt vom arabischen Blut, das zu verschiedenen Epochen diese sehr alte Rasse verstärkt hat, schon zu Zeiten Henri IV war sie für ihre Schnelligkeit berühmt, wie es die Veranstaltung der Saint-Omer Rennen ab 1589 beweist.

Für den Kenner beschreibt man das Boulogne-Pferd folgendermaßen: die Augen sind offen und lebhaft, die Ohren gerade und zugespitzt, die Mähne ist doppelt, das Fell fein und seidig; das Pferd ist hochgestellt, die Kruppe ist umfangreich, rund und muskulös mit einem buschigen, hohen Schweif. Die Brust ist breit, der Rücken relativ kurz, die Röhrbeine sind kurz und stämmig und mit wenig Behang, die Gelenke sind breit und stark, das Pferd trabt im Gleichgewicht mit schräger Schulter, es hat einen wohlangesetzten Hals und trägt den Kopf schön.

Vom Zugpferd hat es den sanften und aufrichtigen Charakter, vom Araber die lebhaften Gangarten.

Traditionsgemäß wurden die Boulogne-Pferde, wie die meisten Zugpferde kupiert, d.h. als Fohlen schnitt man die letzten Schwanzwirbel und somit den Schweif ab. Glücklicherweise ist dieser Brauch seit 1996 verboten.

Das Boulogne-Pferd ist groß und kräftig, es wurde im 19. Jahrhundert für die Arbeit auf dem Rübenfeld und für den Rübentransport geformt. Aber es gibt auch kleinere und leichtere Boulogne-Pferde, sie sind die Nachkommen der Stuten der Fischhändler, die im 19. Jahrhundert für den Fischtransport von den Ärmelkanal Häfen nach Paris sehr geschätzt waren. Um an diese See-Herkunft zu erinnern, ist das Boulogne-Pferd noch immer durch einen Anker auf der linken Seite des Halses gekennzeichnet.

Diese zwei Pferdearten, gezüchtet für zwei Verwendungsarten, erklären die Unterschiede in der Morphologie, die von einer Größe von 1,60 m bis 1,78 m und einem Gewicht von 650 kg bis zu 900 kg gehen.

Am Ende des 18. Jahrhundert waren die dominierenden Fellfarben schwarz und dunkelrotbraun. Ein Jahrhundert später wurde grau als ein Kriterium der Reinheit der Rasse betrachtet. Heutzutage dominiert die Schimmelfarbe bei weitem, aber 12 Prozent der Stuten sind fuchsrot, einige sind dunkelrotbraun, fast schwarz.

Die Fohlen werden alle fuchsrot geboren. Diese Färbung kann sich danach in alle Nuancen von grau ändern, vom hellen grau bis zum dunklen Apfelschimmel, graublau, rötlich grau, stahlgrau, mausgrau usw. Mit dem Alter wird das Grau allgemein perlmuttfarben und ein wenig bläulich.

Man kann die Fohlen ab einem Alter von zwei Jahren arbeiten lassen, aber die Arbeit muss in vernünftigem Rahmen gehalten werden, da die Boulogne-Pferde bis zu einem Alter von 5 oder sogar 7 Jahren wachsen können.


Die Vergangenheit und die Zukunft


1999 wurden 680 Stuten gedeckt und 359 Geburten registriert (dem beizufügen sind noch die 15 gemeldeten Geburten von Araboulonnais); 48 Hengste sind in der Zucht aktiv. Man kann diese Zahl mit den 600.000 Tieren, die es am Beginn des letzten Jahrhunderts gab, vergleichen. 1999 zählte das Syndicat Hippique Boulonnais 300 Mitglieder, darunter 270 Züchter (mit wenigstens einer Stute, die zur Zucht verwendet wird).

Zwei Gefahren bedrohen die Boulogne-Rasse: einerseits die Ausrottung der Rasse aufgrund eines starken Geburtenrückgangs, und andererseits die Blutsverwandschaft. Seit drei Jahren steigt die Zahl der Boulogne-Pferde langsam um 10 Prozent pro Jahr. Das Problem der Blutsverwandschaft, das zum Teil auf die Begrenztheit des Herkunftsortes der Rasse zurückzuführen ist, scheint dank einer gutüberlegten Wahl der Hengste und der Zuchtstuten in Anbetracht ihrer Herkunft, lösbar.

Das Boulogne-Pferd hatte seine Glanzzeit im 19. Jahrhundert auf Grund der Mechanisierung der Landwirtschaft und auch in der Stadt, wo es schwere Lasten transportieren konnte, genauso wie die Omnibusse; es wurde auch, aber seltener, in den Bergwerken des Nordens benutzt. Die Motorisierung im Verkehrswesen nach dem 1. Weltkrieg, und dann die Ankunft der Traktoren nach dem 2. Weltkrieg haben jedoch seinen Niedergang bedeutet, und nur die Begeisterung einiger "alter" Züchter erlaubte es der Rasse bis in die siebziger Jahre zu überleben, wo dann die Entwicklung des Pferdes als Freizeitpferd sie wieder aufleben ließ.

Abgesehen von seiner Verwendung in der Landwirtschaft war das Boulogne-Pferd schon in früherer Zeit bekannt, und zwar durch die berühmten "Fischhändlerstuten", die seit dem Mittelalter die Fische von den Küsten der Boulogne Gegend in die großen Städte der Picardie und nach Paris brachten. Diese Pferde brachten einzeln, paarweise, zu viert oder sogar zu fünft an zweirädrige Wagen gespannt, in weniger als 24 Stunden die Fische in die Hauptstadt. Seit dem Mittelalter mussten die Fische, transportiert in großen Körben und durch Algen geschützt, vor 8 Uhr in der Fischhalle sein, und das unabhängig von den Gezeiten in den picardischen Häfen. Der Transport wurde oft in der Nacht durchgeführt und fuhr in Paris durch die Straßen des Faubourg Poissonière ein. Die Verspätung eines "ballon de la marée" (Fischkarrens) brachte Vatel dazu, Selbstmord zu begehen! Ein Pferdegespann von 4 Pferden konnte bis zu 3,5 Tonnen ziehen, der Fischwagenfuhrmann wechselte seine Pferde alle 7 Meilen (ungefähr 28 km) aber nicht selten wurden die Strecken verdoppelt (was also Etappen von ca. 50 km ergab).

Die Tätigkeit der Fischwagen wurde mit der Ankunft der Eisenbahn in der Mitte des 19. Jahrhundert beendet - zumindest was die Paris-Strecke betraf.

Bis vor ungefähr 10 Jahren war die Fleischerei die Endstation der Boulogne-Pferde. Heutzutage dienen 95 Prozent der Stuten der Zucht und Freizeitgestaltung; leider kommen noch immer 95 Prozent der Hengste in den Fleischerladen. Man findet die Boulogne-Pferde natürlich als Gespannspferde (Nationalgestüte, Ställe von M. Sainte-Beuve, Ställe von Conty), in verschiedenen Gemeinden im Dienst der Straßenbauämter (Stadt Rambouillet, Bois de Vincennes), in Reiterhöfen und bei "alten" Züchtern, die sie für bestimmte landwirtschaftliche Arbeiten benutzen, und bei zahlreichen Privatpersonen die sie für ihr Vergnügen halten.

Die Boulogne-Pferde können natürlich angespannt werden, an langen Zügeln arbeiten, oder auch rittlings oder mit Damensatteln geritten werden, manchmal werden sie für den Holztransport in den Wäldern benüzt. Hingegen haben diese Pferde wenig Begabung für das Hindernisspringen.



Stuten im Wasser

























angeschirrt

geritten

am langen Zügel

eine Amazone

Wo kann man die Boulogne-Pferde sehen?


Frankreich

Boulognegraben



Wimereux

präsentierte Stuten






Kaole
(Finnland)


Timo
(Finnland)


Pequo
(Dänemark)

Die Wiege der Rasse liegt im Nordosten Frankreichs, genauer gesagt im Boulogne-Graben, im Westen vom Departement Pas de Calais, im Gebiet von Boulogne, Desvre und Marquise. Heutzutage findet man 75 Prozent der Pferdezuchten im Departement von Pas de Calais, 10 Prozent im Departement du Nord und 10 Prozent im Departement von der Somme.

Das Nationalgestüt von Compiègne (Oise) besitzt mehrere Boulogne-Hengste, die ihre Wärter regelmässig als Gespannspferde benutzen.

Von Juni bis Oktober werden verschiedene Zuchtwettbewerbe in der Gegend organisiert; der Wichtigste findet in Wimereux statt, wo Mitte Juli die schönsten Exemplare der Rasse präsentiert werden.

Alle zwei Jahre im September nimmt die "Route du poisson", die 1991 von M. Pourchet, dem damaligen Direktor des Gestüts von Compiegne ins Leben gerufen wurde, den Reiseweg der Fischhändler-Stuten von Boulogne nach Paris. Diese Stuten brachten täglich in ewas weniger als 24 Stunden und in circa 25 Staffeln die Fischwagen von Boulogne in die Hauptstadt. Das nächste Wettrennen dieser Art, an dem mehrere Zugpferde-Rassen teilnehmen, wird im September 2007 stattfinden.

Die Genossenschaft der Boulogne-Pferde (Syndicat Hippique Boulonnais) kann Ihnen außerdem die Liste zahlreicher Züchter vermitteln, die Ihnen gerne ihre Pferde vorstellen werden.

Der Preis für ein Fohlen ist  750 bis 950 Euros, für ein Stutfohlen 1100 bis 1300 Euros, für eine Stute oder einen Wallach von 3 Jahren, die als Freizeitgespannspferde eingefahren wurden 2300 Euros; für einen Hengst 3100 bis 6100 Euros, für eine Zuchtstute 1850 bis 2300 Euros, für einen 3-jährigen zugerittenen Araber-Boulonnais 2300 bis 3100 Euros). Diese Preisspannen sind nur Cirkaangaben.

In Europe, you can see also boulonnais horses in Belgium and holland. for the fun, there is noxw three boulonnais horses in Scandinavia. since 2004, a boulonnais mare and her foal (Kaole and Timo) are located in Finland, at Paméla and Harri Piliven home in Lempäälä. since 2006 summer, a boulonnais stallion (Pequo), lives in Denmark at Tina and Svend Gundesen house, near Padborg.

Wir möchten Ihnen jedoch ins Gedächtnis rufen, dass sich das Boulogne-Pferd, obwohl es offen und ruhig ist, nicht unbedingt dazu eignet, einen Anfänger in den Pferdegespann-Sport einzuführen.

Für mehr Information können Sie sich an die folgenden Adressen wenden:

Syndicat Hippique Boulonnais
Lieu-dit "le Desert"
62240 Desvres
tel 00 33 (0)3. 21 86 59 63
e-mail
syndicat.hippique.boulonnais@wanadoo.fr

Haras National de Compiègne
60200 COMPIEGNE
tel. 00 330(0)3.44.38.54.50
e-mail
haras.compiegne@haras-nationaux.fr


Bibliographie (auf französisch)

Mehrere Werke sind über Zugpferde und im besonderen über die Boulogne-Pferde geschrieben worden. Einige davon haben uns besonders gefallen.

- Die drei folgenden Bücher sind wirklich ein "muss" für jeden, der die Geschichte und das Leben der Zugpferde kennen will :

" Chevaux de trait d'hier et d'aujourd'hui" von M.Mavré ; Editions Lavauzelle

"Chevaux de trait de l'an 2000" von M. Mavré ; Editions Lavauzelle

" Les grandes attelées" von M.Mavré ; Editions Lavauzelle

- Die zwei folgenden Bücher sprechen über die verschiedenen Rassen der Zugpferde und haben sehr schöne Bilder:

"Chevaux de trait" von MM.Gouvion, Krumm und Rocher ; Editions du Rouergue

" Le monde des chevaux de trait" von M. Raveneau ; Editions Rustica

- Ein Buch erzählt uns das Leben der Ackerpferde:

"Compagnons de labour" von M. Robinet ; Editions Flamarion

- Ein fesselndes und mit vielen Unterlagen versehenes Buch behandelt das sehr spezielle Thema des Transports des Nordsee-Fischfangs und dessen Bedeutung, vom Mittelalter bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts :

" Le chasse-marée de Picardie sur la route du Poisson" von Mme Fontaine-Bayer ; Editions Dumerchez

 



Sie können uns über diese Adresse erreichen (auf französisch oder Englisch):







 

l'album de photo de nos huit chevaux

Emile Degardin, un éleveur de boulonnais

la Route du Poisson 2001